Der "Südkurier": Konzertreise um die Welt Das Weihnachtskonzert des Vokalensembles Gaienhofen und der Kantorei der Evang. Internatsschule Schloss Gaienhofen begeistert das Publikum. „Adeste fideles – Herbei, o ihr Gläubigen“ - ein Ausruf, dem am vergangenen Wochenende hunderte Zuhörer in die Gaienhofener Melanchthonkirche folgten. Dort boten das Vokalensemble Gaienhofen, die Kantorei sowie die Minikantorei des Evangelischen Internatsgymnasiums ein Weihnachtskonzert, welches stimmungsvoller nicht sein konnte und dabei die Zuhörer musikalisch um den Erdball begleitete. Weihnachtsmusik sei auf der ganzen Welt unverwechselbar, doch werde sie brüchig durch das pausenlose Abspielen beispielsweise im Kaufhaus, wie Schulleiter Dieter Toder am Anfang des Konzertes bemerkte. Welche Kraft und Freude jedoch in dieser Musik stecken, vermittelten eindrücklich die drei Gaienhofener Chöre, unterstützt durch das Streicher Quartetto Appassionato, dem Bläser Auenwald-Brass-Ensemble sowie Christa Gommel an der Orgel und Andreas Schienmann und Kai Koch am Schlagwerk. Hier war nichts brüchig oder abgenutzt, hier spürte der Zuhörer Begeisterung und Freude und wurde nahezu mitgerissen von einem Orkan an Weihnachtsgefühlen. Den Auftakt gestalteten die Bläser mit „Macht hoch die Tür“. Spürbar zog sich der Vorhang auf zu einem außerordentlichen Konzertabend, der mit „Vom Himmel hoch“, „Wie schön singt uns der Engel Schar“ oder „In dulci jubilo“ glanzvoll und feierlich durch das Vokalensemble begonnen wurde. Mit „Reaching Heaven with our Song“, „Christ the Messiah“, gesungen von der Kantorei, oder „Il est né, le divin Entfant“ zog ein spürbar frischer Wind in das Gotteshaus ein. Schwungvoll, abwechslungsreich und in ihrer stimmlichen Qualität herausragend präsentierten sich die Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 13. Sie bildeten, inklusive ihrer Solisten, eine stimmige gesangliche Ergänzung des Vokalensembles und versprühten eine Leichtigkeit, die dem Konzerteindruck zugute kam. Das Publikum war begeistert und die gute gesangliche Kooperation der Chöre wurde hörbar. Generationen schlossen sich hier zusammen, um die frohe Botschaft hinauszusingen, entsprechend reichhaltig gestaltete sich das Programm – nicht nur rund um den Erdenball, sondern auch quer durch die Zeiten der weihnachtlichen Klänge. Das machte das Konzert zu einem musikalischen Hochgenuss. Neben der Qualität der Chöre beeindruckte besonders auch ihre Stimmgewalt. Mit dem Einzug der Minikantorei, die mit ihren Liedern das Programm zusätzlich auflockerten und entsprechend bereicherten, intonierten bis zu 200 Sängerinnen und Sänger die Lieder. Dirigent und Kantor Siegfried Schmidgall gelang es, die Chöre und Musiker zu einem harmonischen Ganzen zusammenzufügen, sodass die friedliche Gewalt der Musik mehr als eindrücklich zum Ausdruck kam. Schmidgalls Einfühlsamkeit in die Finessen der Musik, versteht er dabei auf alle Sängerinnen und Sänger weiterzugeben und auch die stillen Momente der Musik in der Masse nicht untergehen zu lassen und erlebbar zu machen. Selbst bei den Jüngsten spürte jeder den sensiblen Umgang mit der Stimme, die sie bewusst und klar und genauso wie die Großen den weihnachtlichen Stimmungen unterzuordnen verstanden. „Die Kinder wissen jetzt, was ‚Adele fideste' heißt“, freute sich Siegfried Schmidgall im Anschluss an das Konzert. Den Klang der Weihnachtszeit zu erleben, die Freude und den anderen Sinn hinter der Weihnacht zu spüren, wenn man das verstehe weiterzugeben, dann habe man etwas erreicht, so Schmidgall. Hier wurde dieser Gedanke gelebt und erfolgreich weitergegeben, das war beim Konzert eindrücklich und nachhaltig spürbar. |
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