Ein Konzert - Zwei musikalische Höhepunkte im Jubiläumsjahr 2009
Joseph Haydn starb 1809, im selben Jahr wurde Felix Mendelssohn Bartholdy geboren. Das Vokalensemble Gaienhofen unter der Leitung von Siegfried Schmidgall würdigt die 200jährigen Jubiläen der Komponisten mit zwei großen Werken. Joseph Haydn (1732-1809) schrieb die „Pauken-messe“ 1796 nach Abschluss seiner großen symphonischen Werke. Als die Hofkapelle von Esterház (Eisenstadt) aufgelöst wurde, zog der Komponist 1790 nach Wien, musste aber für seinen früheren Arbeitgeber, Fürst Nikolaus II., weiterhin alljährlich eine Messe zum Namenstag der Fürstin schreiben. Die „Paukenmesse“ ist also letztlich ein Auftragswerk. Napoleon näherte sich Wien, deshalb nannte Haydn sein Werk „Messe in der Kriegszeit“, und die bedrohlich wirkenden Pauken im Agnus Dei werden meist in diesem Zusammenhang gehört. Lange Zeit war nicht klar, welche Bläserbesetzung (Klarinetten und Hörner) Haydn selbst vorgesehen hatte. Seit dem Fund des originalen Stimmenmaterials (es war im Krieg versteckt worden) herrscht nun Gewissheit: Es gibt zwei authentische Versionen, eine Eisenstädter und eine Wiener Fassung. Felix Mendelssohn (1809-1847) findet 2009 weltweit besondere Beachtung. Bisher unbekannte Werke werden aufführungsreif gemacht und das Vorurteil Richard Wagners, Mendelssohn sei nur heiter und eher oberflächlich gewesen, sollte angesichts z.B. des f-moll-Streichquartetts und vor allem des „Lobgesangs“, seiner zweiten Symphonie, endgültig ausgeräumt werden. Die „Symphonie-Kantate“, so hat Mendelssohn sein Werk auch bezeichnet, ist ebenso ein Auftragswerk wie die „Paukenmesse“ von Haydn: Zur 400-Jahr-Feier der Erfindung der Buchdruckerkunst hatte die Stadt Leipzig 1840 ein großes oratorisches Werk bei Mendelssohn bestellt. Die drei Bezeichnungen, unter denen das Werk firmiert, zeigen, dass seine formale Besonderheit, trotz Beethovens früherer neunten Symphonie, um 1840 immer noch als ungewöhnlich empfunden wurde. Mendelssohn knüpft an die ältere protestantische Kantaten-Tradition an, er hat den Text aus Bibelzitaten und dem Kirchenlied „Nun danket alle Gott“ selbst zusammengestellt. Mit dem Lobes-Hymnus „Alles, was Odem hat, lobe den Herrn“ endet das gewaltige Werk. |
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